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„Goldener Stöhr“ kehrt an seinen Platz zurück
Altes Hauszeichen ist restauriert und schmückt nun das 1439 erstmals erwähnet Gebäude, das heute Cafe Extrablatt heißt.
Herbert Halfmann übernimmt die Restaurierung. Spenden von Hausbesitzerin und Pächterin. Düren. „Unsere Stadt hat ein Gedächtnis“. Bürgermeister Paul Larue hält es für wichtig, „die Hinterlassenschaften der Jahrhunderte erkennen zu können“. Eine Gelegenheit mehr bietet sich jetzt im Haus Markt 16, genauer gesagt im „Cafe Extrablatt“. Dort hat jetzt rechts vom Eingangsbereich das alte Hauszeichen „Der goldene Stöhr“ nach Restaurierung wieder seinen Platz gefunden. Anlass für den Bürgermeister, gemeinsam mit der Familie Richter als Hauseigentümer und der Pächterin Anne Heeke an die Gescichte des Hauses, dem Stammhaus der Familie Schoeller, und des „Goldenen Stöhr“ zu erinnern. Erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurde in der Stadt die Nummerierung der Häuser eingeführt. Bis dato wurden die Häuser durch Hauszeichen kenntlich gemacht. Bereits 1439 ist das Partzierhaus „Zum Goldene Stöhr“ – damals noch ohne „h“ – oder auch „Zum Fisch“ urkundlich erwähnt. Jakob Polius, 1656 verstorbener erster Dürener Geschichtsschreiber, hielt ein merkwürdiges Vorkommnis aus dem Jahr 1501 für die Nachwelt fest. Gesandte des Mainzer Erzbischofs hatten von den Dürener Franziskanermönchen das Annahaupt übergeben bekommen, das der Steinmetz Leonard in der Mainzer Stiftskirche entwendet und nach Düren gebracht hatte. Kurz vor der Abreise stärkt sich die Mailzer Delegation im „Stör. Da fand sich eine Vielzahl Dürener Frauen vor dem Lokal ein und konnte erreichen, dass das Annahaupt in Düren blieb. Nach der endgültigen Entscheidung des Papstes Julius 2. zum Verbleib der Reliquie in Düren war damit der Grundstein zum bedeutenden Anna-Wallfahrtsort gelegt. „Düren hatte starke Frauen“, kommentierte Bürgermeister Paul Larue mit Seitenblick auf Hausbesitzerin Resi Richter und Pächterin Anne Heeke. Seit Beginn des 18. Jahrhunderts war das Haus „Zum goldenen Steur“ – jetzt mit „eu“ – im Eigentum der Familie Schoeller, die hier zunächst Tuch fabrizierte. Heinrich Wilhelm Schoeller erwarb 1803 das Nebenhaus „Zum Wildenmann“ und fügte beide Gebäude zusammen, die in dieser Form bis zur Zerstörung am 16. November 1944 Bestand hatten. Das Haus war 1860 in den Besitz des Schoeller - Schwiegersohns Richard Prym übergegangen und hieß nun das „Prysche Haus“. Fragmente der Reliefplatte des Hauszeichens vom „Goldenen Stöhr“ fand Eduard Prym in den Trümmern des Hauses und bewahrte sie in seinem Haus in der Südstraße auf. Dort fand Tochter Leonore Prym die Reste und übergab sie der Denkmalbehörde. Die Restaurierung des Hauszeichens übernahm der Dürener Bildhauer Herbert Halfmann. Die Kosten übernahm die Stadt, unterstützt durch Spenden von Hausbesitzerin und Pächterin. Jetzt ziert der Stöhr als Leihgabe der Stadt den Gastronomie-Betrieb. (sps)